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Arbeiten in islamischen Medien: Presse, Web und Verlag

Journalist, Redakteur, Übersetzer, Verleger: die Berufe in Presse, Online-Medien und islamischem Verlagswesen, mit Ausbildung, Berufsethik und Perspektiven.

Berufe in islamischen Medien

Nachrichtenseiten, Magazine, Fachzeitschriften, Verlage, Newsletter: Die Medien rund um den Islam und die Muslime bilden einen kleinen, aber lebendigen und sich ständig wandelnden Sektor. Er umfasst das Geschehen in den Gemeinschaften ebenso wie religiöse Wissensvermittlung, islamische Finanzwirtschaft, Kultur, Küche oder Elternschaft.

Diese Medien bieten Chancen für Journalisten, Redakteure, Übersetzer, Korrektoren und Verleger, die ihre Feder in den Dienst eines muslimischen oder am Islam interessierten Publikums stellen möchten. Diese Seite stellt die Berufe des geschriebenen Wortes vor; Video- und Audioproduktion werden auf der Seite zu islamischen Video- und Audioproduktionen behandelt.

Überblick über die Branche

Man kann mehrere Gruppen von Akteuren unterscheiden:

  • Online-Nachrichtenmedien, die über Muslime in Europa und der Welt berichten;
  • Themenmagazine, etwa zu Familie, Modest Fashion oder Halal-Konsum;
  • Fachpublikationen zu islamischer Finanzwirtschaft oder Halal-Wirtschaft für Fachleute;
  • religiöse Verlage, die Koranübersetzungen, Werke der Rechtslehre, Biografien und Kinderbücher veröffentlichen;
  • allgemeine Medien, die auf Religion spezialisierte Journalisten einstellen.

Die meisten Einrichtungen sind klein und arbeiten mit einem schlanken Team und freien Mitarbeitern. Große allgemeine Medien bleiben ein wichtiger Arbeitgeber für auf Religion spezialisierte Journalisten.

Berufe in der Redaktion

Journalist und Redakteur

Er recherchiert, führt Interviews, schreibt Artikel, Porträts und Dossiers. In einem Gemeinschaftsmedium deckt er oft sehr unterschiedliche Themen ab: Vereinsleben, gesellschaftliche Debatten, wirtschaftliche Initiativen, Kultur. Sorgfalt bei der Faktenprüfung ist umso wichtiger, als Themen rund um den Islam heftige Reaktionen hervorrufen.

Schlussredakteur und Chefredakteur

Der Schlussredakteur liest Korrektur, formuliert Überschriften und bringt Inhalte in Form. Der Chefredakteur legt die redaktionelle Linie fest, entscheidet über Themen und trägt die Verantwortung für das Veröffentlichte.

Webredakteur und Community-Manager

Er passt Inhalte für Suchmaschinen an, betreut die sozialen Netzwerke und moderiert Kommentare. Moderation ist in diesem Bereich ein eigener Beruf, denn Diskussionen können schnell polemisch werden.

Berufe im Verlagswesen

Verleger und Reihenherausgeber

Er wählt Manuskripte aus, begleitet ihre Bearbeitung und baut ein stimmiges Programm auf. Im religiösen Verlagswesen muss er Texte oft von anerkannten Fachleuten prüfen lassen.

Übersetzer

Die Übersetzung aus dem Arabischen, manchmal auch aus dem Englischen, Türkischen oder Urdu, ist zentral im islamischen Verlagswesen. Sie verlangt eine doppelte sprachliche und religiöse Kompetenz, denn Fachbegriffe des Fiqh oder der Theologie haben nicht immer eine einfache Entsprechung. Die Seite zu den Berufen mit arabischer Sprache vertieft diesen Punkt.

Korrektor, Layouter, Vertrieb

Korrektoren, Grafiker, Layouter und Vertriebsmitarbeiter für die Beziehungen zu Buchhandlungen vervollständigen die Kette des Buches.

Kompetenzen und Ausbildung

Journalistenschulen, Volontariate und Journalistik-Studiengänge vermitteln das Handwerk: Schreibtechniken, Berufsethik, Presserecht, Recherche. Studiengänge in Literatur, Sprachen oder Politikwissenschaft führen ebenfalls in Journalismus und Verlagswesen. Für die religiöse Spezialisierung ist eine Ausbildung in islamischen Wissenschaften oder Religionsgeschichte ein echter Vorteil.

Arbeitgeber schätzen besonders:

  • einen klaren und fehlerfreien Schreibstil;
  • die Fähigkeit, religiöse Begriffe einem Laienpublikum zu erklären;
  • sicheren Umgang mit Web-Tools, Suchmaschinenoptimierung und sozialen Netzwerken;
  • Arabischkenntnisse, nützlich für Quellen und Übersetzungen;
  • ein Netzwerk in der Vereins- und Institutionenlandschaft.

Fragen der Zulässigkeit und Berufsethik

Journalistische und verlegerische Arbeit ist nach weithin geteilter Auffassung der Gelehrten an sich erlaubt. Fragen stellen sich beim Inhalt: Verbreitung von Gerüchten, üble Nachrede, Verleumdung, Werbung für verbotene Produkte oder Zinskredite. In der muslimischen Tradition sind die Überprüfung von Informationen und das wahrhaftige Wort zentrale Werte, die sich mit den Regeln der journalistischen Berufsethik decken.

Die Frage der Werbung stellt sich häufig: Ein Medium kann bestimmte Anzeigenkunden ablehnen, um seiner Linie treu zu bleiben. Für Angestellte allgemeiner Medien hilft die Seite zur indirekten Mitwirkung an einer verbotenen Tätigkeit, über Grenzfälle nachzudenken. Bei einem konkreten Fall fragen Sie einen qualifizierten Gelehrten.

Eine Redaktion im Alltag

In einer kleinen Redaktion beginnt der Tag mit der Beobachtung der Nachrichtenlage: Agenturmeldungen, soziale Netzwerke, Mitteilungen von Vereinen, Veröffentlichungen von Institutionen. Das Team wählt die Themen aus, verteilt die Interviews und legt die Veröffentlichungszeiten fest. Ein Redakteur kann am Vormittag über die Eröffnung eines Kulturzentrums berichten, am Nachmittag eine Forscherin zur Geschichte des Islam in Europa interviewen und zum Schluss einen Gastbeitrag gegenlesen. Am Abend verfolgt der Community-Manager die Reaktionen und moderiert die Kommentare. In einem Verlag ist der Rhythmus länger: Ein übersetztes Werk kann zwischen Übersetzung, wissenschaftlicher Durchsicht, Korrektur und Satz mehrere Monate brauchen.

Status, freie Mitarbeit und Perspektiven

Viele Redakteure arbeiten als freie Mitarbeiter oder Selbstständige und haben mehrere Auftraggeber. In Frankreich wird der Presseausweis nach Kriterien vergeben, die sich auf das Einkommen aus journalistischer Tätigkeit stützen; andere Länder haben eigene Systeme. Die Einnahmen kleiner Medien sind oft bescheiden und unregelmäßig, was dazu anregt, die Tätigkeiten zu streuen: Texte für Marken, Übersetzung, Vereinskommunikation.

Redaktionelle Kompetenzen lassen sich später in der Kommunikation islamischer Marken, in der Lehre oder in der Forschung einsetzen. Einen Gesamtüberblick bietet die Liste der Halal-Berufe.

Die zwei Referenzlisten

Quellen und Ressourcen

  • Islamische Entwicklungsbank — Multilaterale Institution für schariakonforme Entwicklungsfinanzierung.
  • UNIDO — Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung, aktiv in Halal-Wertschöpfungsketten und Qualität.
  • Normenkatalog des SMIIC — Normen des Instituts für Normung und Metrologie der islamischen Länder.
  • SMIIC: Konformitätsbewertung — Technisches Komitee des SMIIC für die Konformitätsbewertung.